Machen wir also weiter mit den Songs, die sich ernsthaft bemüht haben um einen Eintrag auf der Liste der Top-Songs 2019, aber leider knapp gescheitert sind.

Ein guter Kandidat für einen CD-Closer waren lange Zeit Squid aus Brighton mit ihrem beinahe wundervoll elegischen Rodeo, dem letztendlich nur das oft hilfreiche aber hier unglücklicherweise fingerzeigende Wörtchen “beinahe” einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Leider am End’ dann doch nur okay, aber nicht wirklich toll.

Bloc Party-Sänger Kele Okereke hat mal wieder was solo versucht (Albumtitel: 2042). Und dabei mit Between Me And My Maker und Natural Hair zumindest zweimal ziemlich gut getroffen.

Kakkmaddafakka aus Bergen in Norwegen machen nun auch schon seit 15 Jahren beständig Musik, die mir beinahe richtig gut gefällt. Mehr zum Wörtchen “beinahe”: siehe oben.
Probieren Sie vom 2019er Album Diplomacy die Tracks
Get Go und My Name.

Ziemlich enttäuscht war ich vom Raconteurs-Album
Help Us Stranger – die konnten’s mal viel besser.
What’s Yours Is Mine sei trotzdem als Anspieltipp gegeben.

Und, weil es hier ja ursprünglich mal in erster Linie um Britpop ging, möchte ich zumindest auch noch The Sherlocks aus South Yorkshire erwähnen, deren Song Give It All Up eigentlich das Zeug zu nem Hit hätte, aber irgendwie dann doch zu glattpoliert produziert wurde, um nachhaltig zu becircen.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Schrottgrenze aus Peine.
Ein paar Sachen von denen, insbesondere von den Alben Chateau Schrottgrenze und Schrottism aus den Nullerjahren finde ich bis heute sehr gut.
Sänger Alexander Tsitsigias ist inzwischen Saskia Lavaux, die Texte kreisen daher viel um das Thema Queersein und die sogenannte Heteronormativität, aber musikalisch ging damit leider ein großer Rückschritt einher – offensichtlich taugt der Intellektuellenpop der oben erwähnten Alben nicht wirklich für ausgelassene Dragparties.
Statt dessen servieren uns Schrottgrenze anno 2019 wieder hauptsächlich lauen und vorausschaubaren,
leicht angepunkten 08/15-Deutschrock.
Ödism. Schade drum.
Putzig finde ich, dass Schrottgrenze seit Jahren eine enge Bandfreundschaft mit Herrenmagazin aus Hamburg (vgl. Jahresendliste 2015) verbindet. Denn damit haben sich treffsicher die beiden deutschen Kapellen mit den bescheuertsten Bandnamen fraternisiert.

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